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B2B-Marketing mit ❤️ und 🧠

Meine ältesten Blogartikel

Herrje, das Bloggerschnack-Augustthema beamt mich zurück ins Jahr 2002.

Das erste Blog war ein Experiment auf blogger.com, mit dessen Hilfe die Beiträge auf eigenem Webspace veröffentlicht wurden. An die Inhalte kann ich mich (wahrscheinlich gnädigerweise) nicht mehr erinnern. Danach (ab 2003) kam das »Klassenbuch für Werbung und Marketing« …

… und mit dem Klassenbuch die Beschäftigung mit den ersten CMS – b2/cafelog und dann Wordpress – eine Offenbarung.

Die Inhalte des Klassenbuchs

Aber weg von der CMS-Schwärmerei hin zu den Inhalten. Das (längst vom Netz genommene) Klassenbuch beschäftigte sich hauptsächlich mit Werbung – manchmal guter, meist jedoch weniger guter. Ein Beitrag ging z.B. der Frage nach, warum die Verpackung eines Promi-Parfums optisch so abartig stark an ein Haushaltsprodukt erinnerte, das zwar auch die Olfaktorik zum Thema hatte, aber an gänzlich anderer Stelle eingesetzt wurde:

optisch ähnliche Produkte
Man darf sich beim Produkt rechts noch die weiße Halterung dazudenken, dann sind sich die Produkte noch ählicher (Bildquellen: fragrantica.fr/Schlecker).

Würde ich das heute nochmal tun?

Ein ganz klares: NEIN.

Ich liebe Werbung, ich liebte die Cannes-Rolle, ich mochte Kalkofes Mattscheibe und dessen Werbeverrisse, ich verehrte Peter Blähsers Kolumne in der Brauwelt »Bierwerbung mal so mal so« sowie andere wohlwollende und kritische Werbebetrachtungen. Werbung bietet einfach eine wahnsinnig große Angriffsfläche für sachliche Kritik, aber auch für Spott und Häme. Zudem muss ich gestehen, dass ich damals an einem Missionarssyndrom litt und alle zur reinen Lehre guter Werbung bekehren wollte (was auch immer man darunter versehen mag).

Warum nicht?

Heute, fast ein Vierteljahrhundert später, durfte ich mittlerweile demütig lernen, dass

  • ich die Weisheit nicht mit Schöpfkellen in mich reingeschaufelt habe, und
  • wie exorbitant mühsam es doch in der Praxis sein kann, alle, die bei der Ausarbeitung einer Werbung mitsprechen (wollen), zufriedenzustellen. Gern folgt daraus ein Kompromiss, der im schlimmsten Fall Ziele ignoriert, die Positionierung vom Tisch fegt, die Strategie verhöhnt, aber dann doch von allen irgendwie mitgetragen wird.

Hand aufs Herz: wirklich nicht?

Ich gebe zu, es gibt ein Genre, bei dem es mich nicht nur in den Fingern juckt, ich könnte aus der Haut fahren – und das jedes Jahr ganze vier Monate lang, von September bis Weihnachten, denn dann ist Hochsaison für den Produktabsatz. Und ja, es hat was mit dem oben erwähnten Beispiel-Post aus den Anfängen zu tun:

ICH VERABSCHEUE PARFUM-WERBUNG!!!!1ELF!

Es ist mit die größte Seuche der Bewegtbildwerbung – noch weit vor Youtube-Clips für vermeintliche Wunderprodukte. Die Duftwasser-Clips bieten selten was Neues, sondern folgen oft einem Schema F: Es stolpern mehr oder weniger bekleidete Promis/Models mit leerem Gesicht (wegen Drogen? wegen Langeweile? – man weiß es nicht) durch eine seltsame (von der KI ausgedachten?) Szenerie, deren Überfülle mit unverständlicher Symbolik wahrscheinlich für 100 Folgen Twin Peaks reichen würde, und hauchen mit letzter darstellerischer Kraft etwas vermeintlich Hochgeistreiches, aber de facto Unverständliches ins Mikro (z.B. »woszumessen«) – und die Leute kaufen die Produkte TROTZDEM!

Aber davon abgesehen: Nein, ich würde es nicht mehr tun, versprochen.

Bloggerschnack?

Dies ist wieder ein Beitrag zum Bloggerschnack aus dem Bloghexen-Forum. Jeden Monat gibt’s ein neues Thema, wozu man einen Beitrag schreiben kann. Weitere Beiträge zur August-Aktion:

Stichwort: Bloggerschnack, Werbung