wjar
B2B-Marketing mit ❤️ und 🧠

Zeitfresser im B2B-Commerce

Eine Studie von Emporix hat festgestellt, dass die interne Abstimmung zwischen Abteilungen der größte Zeitfresser im B2B-Commerce ist.

Grafik: Emporix.

Gemäß der Studie »The Autonomous Commerce Shift 2026« von Emporix verliert fast jeder zweite Anbieter am meisten Zeit in internen Prozessen und auch Einkaufsteams kämpfen mit hohen manuellem Aufwand im Tagesgeschäft.

B2B-Commerce ist nur oberflächlich digital – das habe die Studie »The Autonomous Commerce Shift 2026« von Emporix gezeigt, für die 332 B2B-Entscheider auf Anbieterseite und 168 Einkaufsverantwortliche auf Käuferseite befragt wurden. Hinter den digitalen Einstiegspunkten dominierten weiterhin manuelle Prozesse, die Effizienz bremsen und Skalierung verhindern.

Gemäß der Studie beginnen 85,9 % aller B2B-Verkaufsprozesse digital oder überwiegend digital, 59,6 % der Anbieter gaben jedoch an, dass weiterhin mehr als ein Viertel ihrer Commerce-Prozesse manuell ablaufen. Vollständige Prozessautomatisierung sei die Ausnahme, lediglich 2,4 % der befragten Unternehmen kommen auf einen manuellen Anteil von unter 10 %.

Als größte Zeitfresser auf Anbieterseite wurden mit 47,9 % interne Abstimmungen zwischen Vertrieb, IT und Operations identifiziert, gefolgt von Datenpflege (43,1 %) sowie Kundenservice-Prozessen (42,8 %). Manueller Aufwand entstehe dabei typischerweise nicht im direkten Kundenkontakt, sondern an den Übergabepunkten zwischen Abteilungen und Systemen.

Einkauf bestätigt das Bild

Für die Studie wurden sowohl Anbieter und Einkäufer mit identischen Fragen konfrontiert, und beide Seiten berichteten von denselben Problemen. Mehr als die Hälfte der Einkaufsteams kämpfe mit hohen manuellen Aufwänden im Tagesgeschäft. Besonders häufig entstünden zusätzliche Prozessschritte in Angebotsprozessen (51,2 %), internen Abstimmungen (47,6 %) und der Auftragserfassung (40,5 %). 53,6 % der Einkaufsverantwortlichen nannten zudem regelmäßige Unterbrechungen im Bestellprozess, etwa durch Rückfragen oder notwendige Korrekturen.

Viele Unternehmen halten sich für digitalisiert, weil ihre Vertriebskanäle digital sind. Der eigentliche Aufwand entsteht jedoch erst hinter dem Einstiegspunkt. Zwischen Frontend, ERP, Vertrieb und Operations entstehen zahlreiche manuelle Übergaben, die Prozesse verlangsamen und Ressourcen binden.« (Mark Holenstein, CEO von Emporix)

Wettbewerbsfaktor Digitalisierung

Emporix deutet daraus, dass manuelle Prozessbrüche kein isoliertes Problem einzelner Unternehmen sind, sondern ein strukturelles Merkmal des B2B-Commerce. Insbesondere bei steigenden Transaktionsvolumina seien manuelle Prozessanteile eine Wachstumsbremse. Unternehmen, die hier Abhilfe schaffen wollen, empfiehlt der Anbieter einer Cloud-nativen Plattform für Autonomous Commerce eine klare Prioritätensetzung: Nicht die weitere Digitalisierung von Touchpoints, sondern die durchgängige und automatisierte Ausführung der Prozesse dahinter soll die Wachstumsbremse lösen.

Als Lösungsansätze werden die Verknüpfung von ERP-Systemen, Vertrieb und Operations über KI-gestützte Prozesslogik genannt – ohne manuelle Übergaben zwischen den Systemgrenzen. Der nächste Reifegrad im B2B-Commerce sei nicht mehr die Digitalisierung einzelner Touchpoints, sondern die durchgängige Ausführung von Prozessen.

Über die Studie

Die Studie »The Autonomous Commerce Shift 2026« wurde im März 2026 vom Marktforschungsanbieter One8y im Auftrag von Emporix in Deutschland durchgeführt. Sie basiert auf einer quantitativen Online-Befragung von 332 B2B-Entscheidern auf Anbieterseite und 168 Einkaufsverantwortlichen auf Käuferseite in Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden. Erfasste Branchen: Fertigung/Industrie, Elektronik/Hightech, Großhandel, Automotive/Ersatzteile sowie Healthcare/Medizintechnik. Beide Gruppen wurden mit identischen Fragestellungen befragt, um die Lücke zwischen Anbieterwahrnehmung und tatsächlicher Kundenerfahrung systematisch sichtbar zu machen. [pm]