Adalbert-Raps-Stiftung gibt mit Podcast und Event Raum für gemeinsame Entwicklungen
Warum gelingt die dringend notwendige Transformation des Lebensmittelsystems nicht im erforderlichen Tempo? Dieser Frage widmet sich die Adalbert-Raps-Stiftung mit ihrem Podcast »Blaues Brot« und dem neuen Begegnungsformat »Blauer Salon«.
Der Podcast »Blaues Brot« und das Begegnungsevent »Blauer Salon« der Adalbert-Raps-Stiftung möchten Beteiligte aus Landwirtschaft, Industrie, Handel, Forschung und Politik zusammenbringen, um systemische Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln.
Wissen ist vorhanden, der Austausch fehlt
Seit 2025 dokumentiert der Podcast »Blaues Brot« in 20 Episoden die Perspektiven von 55 Expertinnen und Experten aus der Lebensmittelbranche. Die aktuelle Staffel, moderiert von Christina Rüter, vertieft im Interviewformat die Fragen: Wo hakt es bei der Umsetzung von Innovationen? Warum bleiben Empfehlungen, etwa die der Zukunftskommission Landwirtschaft, oft Theorie? Die Folgen möchten aufzeigen, wie strukturelle Barrieren, wie zulassungsrechtliche Hürden oder unternehmenskulturelle Blockaden den Fortschritt ausbremsen.
Vom Podcast zum Dialog
Wärhrend der Podcast Perspektiven einzeln hörbar macht, möchte das neue Veranstaltungsformat, der »Blaue Salon«, sie im direkten Dialog zusammenbringen. So fand Ende Juni 2026 die erste Veranstaltung auf dem Heinersreuther Hof bei Kulmbach statt. 30 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft und Politik arbeiteten zwei Tage lang an vier zentralen Spannungsfeldern: ökonomische Rentabilität vs. Nachhaltigkeit, Markteintrittsbarrieren, Innovation vs. Regulierung sowie Konsumerwartungen vs. systemische Realität. Methodisch kombinierte das Format strukturierte Workshops mit informellen Gesprächen, etwa bei gemeinsamen Mahlzeiten oder am Lagerfeuer. Die Veranstaltungsreihe soll im Sommer und Herbst ausgeweitet werden.
Was der persönliche Austausch bringt, beschreibt Christina Rüter, die die Veranstaltung als Host moderierte: »Im Podcast begegne ich den Perspektiven auf unser Lebensmittelsystem nacheinander – in jedem Gespräch eine Stimme, eine Erfahrung, ein Blick auf das Ganze. Beim ›Blauen Salon‹ kamen viele dieser Stimmen erstmals gleichzeitig zusammen.« Genau darin habe für sie die besondere Kraft des Formats gelegen: Die großen Systemzusammenhänge seien greifbar geworden und Verbindungen sichtbar.
Die Adalbert-Raps-Stiftung wurde 1978 per testamentarischer Verfügung des Apothekers und Gewürzunternehmers Adalbert Raps gegründet, der 1924 die Raps GmbH & Co. KG aufbaute. Satzungsgemäß engagiert sich die Stiftung in den Bereichen Soziales und Lebensmittelforschung, wo sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Forschungsinstitute im In- und Ausland fördernd unterstützt. Da die Stiftung selbst nicht an das Tagesgeschäft der Branche gebunden ist, könne sie mit dem Heinersreuther Hof, dem Podcast und dem Salon Orte des Wissenstransfers für eine Branche im Wandel schaffen. [pm]