Social Media am Bau

Social Media am Bau: der Hype ist weg, doch es gibt mehr Nutzer denn je/Grafik: Bauinfoconsult

Die Zeiten, in denen die geschäftliche Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. zum absoluten Nonplusultra erklärt wurde, scheinen längst vorbei. Im Gegenteil, Social-Media-Marketing sei von einigen Marketingforschern sogar schon für tot erklärt worden, gerade in der Baubranche, die als notorisch innovationsresistent gilt. Eine neue Studie zur Mediennutzung am Bau von BauInfoConsult will ein anderes Ergebnis herausgefunden haben: Mittlerweile werden soziale Netzwerke und Online-Medien von immer mehr Akteuren auch geschäftlich genutzt. Allerdings sei der ehemalige Branchenprimus Facebook fast schon auf einem absteigenden Ast.

In Telefoninterviews wurden unter anderem 125 Bauunternehmer nach ihrer Nutzung von sozialen Medien und Netzwerken gefragt. Dabei zeigte sich, dass nur jeder fünfte befragte Bauunternehmer 2018 zu den Social-Media-Komplettverweigerern gehöre – 2012 war dieser Anteil noch fast doppelt so hoch. Für die meisten Nutzer aus der Branche würden sich längst private und berufliche Nutzung vermischen, wie der Blick auf die Top 3 meistgenutzten Netzwerke der Bauunternehmer belege.

Social Media am Bau: der Hype ist weg, doch es gibt mehr Nutzer denn je/Grafik: Bauinfoconsult

Social Media am Bau: der Hype ist weg, doch es gibt mehr Nutzer denn je/Grafik: Bauinfoconsult

  1. Durch den Siegeszug der Smartphones sei vor allem Whatsapp bei den befragten Bauunternehmern viel in Gebrauch: Mehr als jeder zweite Bauunternehmer nutze diesen Dienst regelmäßig – und jeder dritte Baunutzer greife nicht nur privat, sondern auch zur schnellen und formlosen Kommunikation mit Kunden oder Kollegen auf den weit verbreiteten Messengerdienst zurück. Eine Minderheit (4%) gaben sogar eine rein geschäftliche Whatsapp-Nutzung zu Protokoll.
  2. Auch das Videoportal YouTube werde von der Hälfte der Bauunternehmer regelmäßig besucht – und das ebenfalls nicht nur nach Feierabend: Ein Viertel der Befragten schaue sich auch schon mal geschäftlich Videos an, beispielsweise Installationstutorials oder Videos der Baustoffanbieter. Eine rein geschäftliche Nutzung sei auch hier eher die Ausnahme (7%).
  3. Noch mehr gelte das für Facebook: Die Plattform belege bei den Bauunternehmern mit 38% Nutzern noch Platz 3 der meistgenutzten sozialen Online-Dienste – bis 2016 hatte das kalifornische Kontaktnetzwerk noch in allen Bauunternehmerbefragungen Platz eins belegt. Immerhin werde Facebook auch 2018 von 18% der Bauunternehmer nicht nur für private Zwecke verwendet, sondern auch, um Kontakte zu Kunden aufzubauen oder zu pflegen.

Über die Studie: »Kommunikationsmonitor 2018«

Diese und weitere Informationen zum Kommunikations- und Orientierungsverhalten bei insgesamt 550 Architekten, Bauunternehmern, Malern/Trockenbauern, SHK-Installateuren und Bauträgern/Wohnungsanbietern stammen aus dem »Kommunikationsmonitor 2018 – Informations- und Onlinenutzung am Bau«, der sich ganz dem Thema Kommunikations- und Informationsverhalten widmet. Auf einer breiten Datenbasis soll der Bericht ausführliche Informationen zum Informationsverhalten in der Branche mit einem Schwerpunkt auf Online- und Print to Web-Entwicklungen enthalten. Inhalte sind: Nutzung/Bewertung von Informationsquellen, Informationsrecherche im Internet, Webseiten von Herstellern, Informationen durch persönlichen Kontakt (Messen, Außendienst, Fachhandel), Fachzeitschriften, Print to Web, Social Media, Apps, u.a. Die Studie soll Anfang Mai 2018 erscheinen. [via Pressebox]

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