Jede zweite Führungskraft in der Industrie soll in puncto Mitarbeiterführung planlos sein

Trotz Fachkräftemangels und gebotener Mitarbeiterbindung zeigt eine Studie des HR-Softwareanbieters Cegid in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio, dass 46 % der Führungskräfte aus dem produzierenden Gewerbe konkrete Ansätze für die Verbesserung der Employee-Experience in ihrem Unternehmen fehlen.

Elton Schwerzel, Managing Director DACH (Bild: Cegid).

Die Employee-Experience (Mitarbeitererfahrung) soll dazu beitragen, aus monotoner Arbeit ein motivierendes und produktives Erlebnis für Mitarbeitende zu machen. Für den HR-Softwareanbieter Cegid ist sie damit eine wichtige Verbündete im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, konzentrierten sich die Führungskräfte der Branche auf den Ausbau interner Weiterbildungen (38 %) sowie auf die Wiedereingliederung von Mitarbeitenden aus der Elternzeit (23 %) und bereiteten sich auf gestiegene Gehaltsvorstellungen im Recruiting vor (23 %). Die Konkurrenz mit einst irrelevanten Branchen stelle für 38 % der Führungskräfte aus dem industriellen Sektor die größte Herausforderung im Ringen um die besten Nachwuchskräfte dar.

»Dass die Hälfte der Führungskräfte keinen Ansatz für eine Verbesserung der Employee-Experience hat, muss mit Blick auf den massiven Fachkräftemangel in diesem Sektor dringend geändert werden«, meint Elton Schwerzel, Managing Director DACH bei Cegid. »Digitale Anwendungen, die den Austausch zwischen Manager und Mitarbeitenden fördern und protokollieren, können ein klares Bild der Belegschaftswünsche zeichnen. Zumeist wissen die Mitarbeitenden genau, was sie für ein verbessertes Erlebnis ihres Arbeitsalltags benötigen.«

Weiche Faktoren bestimmen Mitarbeiterzufriedenheit

Für die befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem produzierenden Gewerbe waren neben dem Gehaltsniveau (44 %) besonders Faktoren wie das Betriebsklima (39 %) und die Arbeitszeiten (34 %) bei ihrer letzten Arbeitgeberwahl ausschlaggebend. Während der vergangenen zwei Pandemiejahre war für 32 % eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ein großer Vorteil, gefolgt von einer transparenten Unternehmenskommunikation (20 %) und der Ausweitung von Homeoffice (20 %).

»Flexibilität im Arbeitsalltag ist auch im produzierenden Gewerbe der entscheidende Faktor für die Mitarbeiterbindung. Die Branche und insbesondere mittelständische Betriebe müssen sich Möglichkeiten wie Gleitzeit, agilem Projektmanagement und dem Abbau von Silostrukturen verstärkt zuwenden«, schließt Schwerzel daraus.

Methodik der Studie

Im Auftrag von Cegid befragte das Marktforschungsunternehmen Appinio in einer repräsentativen Studie im März 2022 deutschlandweit 100 Führungskräfte sowie 400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 65 Jahren. [pm]