Trendreport / Prognose 2020: Konsumentenverhalten

Der Ford-Trendbericht nennt es das »grüne Paradoxon«: Weltweit sorgen sich Verbraucher zunehmend um den Klimawandel, handeln aber nicht immer entsprechend. Bild: Ford

Gefühlt bin ich noch nie über so viele Trendberichte und Prognosen für das kommende Jahr gestolpert. Dies ist der Versuch, deren Aussagen zu kategorisieren und einigermaßen übersichtlich darzustellen. Die Aufstellung erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es existieren bestimmt auch gegenläufige Trendberichte. Kommentare finden sich bei Bedarf in [eckigen Klammern].

Der erste Teil gibt einen kurzen Abriss zum

Konsumentenverhalten 2020:

2020 soll wirtschaftlich kein einfaches Jahr werden, v. a. für exportorientierte Schlüsselbranchen wie Automobil- und Maschinenbau sowie Elektro- und Chemieindustrie. Die Beschäftigungslage soll trotzdem stabil und der private Verbrauch eine wichtige Stütze für die Binnenkonjunktur bleiben.

Einsamkeit scheint ein großes Thema zu sein. 45 % der Erwachsenen sollen sich zumindest gelegentlich und 62 % der Generation Z sollen sich sogar regelmäßig einsam einsam fühlen. Für Marken bedeute dies eine Chance, bei Kunden ein Gefühl von Bindung zu erzeugen. Vielleicht ist dies mit ein Grund dafür, dass das Thema Menschlichkeit im B2C- und B2B-Marketing wieder in den Vordergrund rücken soll. Konsumenten sollen reale Erlebnisse mit virtuellen verbinden wollen. Im Sinne der Kundenorientierung sollten alle möglichen Ärgernisse auf den Anbieter verlagert werden, sodass für Kunden ausschließlich positive Erlebnisse bleiben. Kundenbindung funktioniere nicht mehr über Standardleistung und Standardservice, sondern nur noch über das Außergewöhnliche.

In den meisten Haushalten sind Erstausstattungen vorhanden und Statussymbole sollen weiter an Bedeutung verlieren. Jenseits des Benötigten, so die Vorhersage, soll nur gekauft werden, was für den Verbraucher als »hyperrelevant« erscheint, woran jemand also nicht vorbeikommt bzw. ohne das man nicht dazugehört. Hyperrelevante Marken sind begehrenswert, haben Fans und seien daher sicher.

Empfehler und Influencer (»wissende Dritte«) sollen gegenüber dem Vertriebspersonal und gegenüber Werbung, die als aufgegbauscht und unglaubwürdig empfunden wird, zunehmend an Bedeutung und Glaubwürdigikeit gewinnen und daher Entscheidungsprozesse stärker beeinflussen.

»Purposeful Brands« [in etwa: Marken, die einen positiven Beitrag für die Allgemeinheit leisten] sollen für Kaufentscheidungen immer wichtiger werden und Käufer sollen auch bereit sein, dafür mehr zu bezahlen. Ein Grund könnte sein, dass das Bedürfnis nach Vertrauen wachse und Verbraucher wollen, dass Unternehmen das Richtige tun. Mit dem Kauf dieser Marken gebe der Konsument auch ein Statement ab [was dann doch einem Statussymbol entsprechen kann].
Die Konsumenten sorgen sich mehrheitlich um den Klimawandel, was jedoch in 2020 noch keine spürbaren Auswirkungen auf das Konsumverhalten zeigen soll. Für deutsche Konsumenten zählten nach wie vor Preis, Bequemlichkeit und Zeit beim Einkauf.


Quellen:
(1) Marketing-Börse So kaufen die Kunden in 2020
(2) absatzwirtschaft Flaute: Deutsche Wirtschaft zwischen Hoffen und Bangen
(3) Ford Trend-Report 2020 (Pressemeldung)
(4) Wahrnehmung des Klimawandels (aus 2018)
(5) Logistik heute Umfrage Das Kaufverhalten der Deutschen


Alle Teile des Prognose- und Trendreports 2020:

Die Zusammenfassung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur ein grober Wegweiser für 2020 sein. Erfahrungsgemäß trifft sowieso nur die Hälfte zu und es gibt natürlich noch viel mehr Prognosen, bei Bedarf einfach die Suchmaschine Ihres Vertrauens bemühen.

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