Studie zur Digitalisierung im Stahl- und Metallhandel

Bild: Fraunhofer IPA

Unternehmen setzen verstärkt auf digitale Prozesse, um Kosten zu sparen und flexibel reagieren zu können. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) können bei dieser Entwicklung in Rückstand geraten. Das Fraunhofer IPA stellt in einer Studie den aktuellen Stand und künftige Bedarfe sowie Ansätze zur Digitalisierung und Industrie-4.0-Anwendungen im Metall- und Stahlhandel zusammen.

Kerngeschäft des Metall- und Stahlhandels ist neben dem Handel auch der Zuschnitt und die Anarbeitung von Halbzeugen. Der Handel wird damit immer mehr aktiver Teil der Wertschöpfungskette. Industrie-4.0-Anwendungen und digitale Produkte können ihn laut Fraunhofer dabei unterstützen.

Bild: Fraunhofer IPA
Bild: Fraunhofer IPA

Die befragten Unternehmen konzentrierten sich bei der Integration dieser Anwendungen  auf bestimmte Anforderungen: Datenauswertung, Transparenz und Echtzeitfähigkeit von Systemen seien besonders wichtig, während Flexibilität in den Produktionsstrukturen,  Vernetzung von Produktionsmitteln und Dezentralisierung von Informationsspeicherung eher in den Hintergrund rückten. Die größte Herausforderung bei der Umsetzung von Industrie-4.0-Systemen in der Anarbeitung liege aus Sicht der Befragten in der Einbindung von Bestandsmaschinen und in der Schnittstellenproblematik.

Umsetzungsbeispiele bestehender Produkte von Industrie-4.0-Anwendungen zeigten große Potenziale, seien jedoch oft noch nicht in gewünschter Reife am Markt oder werden nur wenig genutzt. Die Erfassung von Daten finde bisher größtenteils schriftlich oder lokal in der Maschinensteuerung statt. Eine Nutzung von außen sei oft nicht möglich. Digitale Anwendungen könnten allerdings helfen, um beispielsweise leichter zugängliche Prozessdaten für die Auftrags- und Produktionsplanung zu gewinnen.

Nach eigener Definition gaben 80% aller Teilnehmer an, keine Erfahrungen mit Industrie-4.0-Anwendungen zu haben. 60% der Befragten wollen jedoch zukünftig digitale Applikationen nutzen und seien auch zu Investitionen bereit. 95% der Studienteilnehmer gaben beim Automatisierungsgrad einen Wert von unter 50% an. Alle Unternehmenshierarchien sollen digitalisierte Produkte im Unternehmen akzeptieren, die Führungsebene stehe dem Thema Industrie 4.0 jedoch offener gegenüber als die Werker an den Maschinen. Die Akzeptanz sei außerdem abhängig vom Alter der Mitarbeiter.

Die Studie basiert laut Fraunhofer auf der Befragung von 66 Unternehmen und neun Interviews mit Branchen-Experten. Die Studie wird von Fraunhofer auf der Website gegen Registrierung zum Download angeboten. [pm]

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