Bing vs. Duckduckgo vs. Google vs. Qwant – ein subjektiver Suchmaschinenvergleich

Suchmaschinenvergleich

Seit geraumer Zeit bin ich mit den Suchergebnissen meiner »Leib-und-Magen«-Suchmaschine Google nicht mehr so zufrieden. Gefühlt hat die Qualität der Suchergebnisse auf Seite 1 kräftig nachgelassen. Oftmals ist der gesuchte Begriff überhaupt nicht auf der Seite vorhanden oder die Inhalte sind Lichtjahre von der eigentlichen Suchintention entfernt.

Liegt es an den Trilliarden indizierter Websites, an exzessiver SEO oder am Algorithmus? Als einfacher Nutzer kann ich das nicht beurteilen. Seit jedoch immer mehr die KI in die Interpretation der Suchanfragen eingreift, verschlechtert sich das Ergebnis subjektiv. Vor 10 Jahren war es ein Segen, dass die Suchbegriffe nicht mehr wortwötlich interpretiert wurden, sondern Schreibfehler erkannt und das Umfeld beachtet wurde. Heute schlägt die KI-Interpretation (aus subjektiver Sicht) über die Stränge.

Also wurde Anfang Dezember ein Versuch unternommen, die Ergebnisse von Google und der möglichen Alternativen Bing, Duckduckgo (deutsche Suche) und Qwant zu vergleichen (jeweils Seite 1, »redaktionelle« Plätze 1-9 ohne Berücksichtigung von Anzeigen), und zwar mit folgenden Suchbegriffen:

  • käsespätzle
  • b2b-marketing
  • inbound marketing im großhandel

Der Browser (Firefox) wurde vor jedem Suchbegriff mit einem neuen, privaten Fenster gestartet. Cookies vorheriger Sessions wurden gelöscht. Der Vergleich ist natürlich rein subjektiv und nicht repräsentativ.

Suchbegriff »Käsespätzle«

Die besten Ergebnisse gab es bei »Käsespätzle«. Nahezu alle Ergebnisse auf Seite 1 ergaben ein Rezept, lediglich ein Ergebnis bei Bing war unbrauchbar, da der Link zu einer anderen Suchmaschine führte. Bei allen Suchmaschinen landete dasselbe Rezept von der Seite chefkoch.de auf Platz 1.

Die Überschneidungen der Ergebnisse war entsprechen hoch, über alle Seiten waren 3 Ergebnisse enthalten (das besagte Rezept auf Platz 1), die größten Überschneidungen gab es zwischen Bing und Duckduckgo (7 Ergebnisse).

Suchbegriff »b2b-marketing«

Auch hier waren die Ergebnisse größtenteils brauchbar. Google platziert auf Seite 1 im rechten Bereich der Seite die Erklärung von Wikipedia (wurde daher nicht gezählt), bei den anderen wird der Wikipedia-Artikel in der Ergebnisliste aufgeführt.

  • Google verweist in der Liste auf 4 Fachportale, 4 Marketingagenturen und 1 Medienseite,
  • Bing auf 5 Fachportale, 3 Marketingagenturen und Wikipedia,
  • Duckduckgo auf 6 Fachportale, 2 Marketingagenturen und Wikipedia,
  • Qwant auf 5 Fachportale, 2 Marketingagenturen, Wikipedia und ein unbrauchbares Ergebnis.

Die Ergebnisse der Fachportale sind (aus subjektiver Sicht) qualitativ besser als die auf den Seiten der Marketingagenturen. Google machte bei diesem Suchbegriff den »kommerziellsten« Eindruck, das Duckduckgo-Ergebnis erschien mir qualitativ am besten.

Die Überschneidungen waren auch hoch, insgesamt waren es 3 gleiche Ergebnisse, die größte Überschneidung gab es wieder bei Bing und Duckduckgo (8 Ergebnisse). Platz 1 war bei allen dieselbe Seite auf Onlinemarketing.de.

Suchbegriff »inbound marketing im großhandel«

Der Test mit diesem Suchbegriff hat meine These bestärkt, dass die Ergebnisse schlechter werden, je spezifischer eine Suchanfrage gestellt wird (aufgrund von Interpretation der KI).

  • Die Google-Ergebnisse verwiesen auf 8 Marketingagenturen und 1 E-Learning-Seite,
  • Bing auf 1 Fachportal, 5 Marketingagenturen, 2 Unternehmensberatungen und 1 unbrauchbare Seite,
  • Duckduckgo auf 5 Marketingagenturen, 1 Unternehmensberatung, 2 Marktplätze und 1 unbrauchbare Seite,
  • Qwant auf 1 Fachportal, 5 Marketingagenturen, 1 Unternehmensberatung und 2 unbrauchbare Seiten.

Die Überschneidungen waren geringer. Lediglich 1 Ergebnis wurde von allen Suchmaschinen auf Seite 1 gelistet, die größte Überschneidung gab es diesmal zwischen Bing und Qwant mit 6 Ergebnissen.

Ernüchternd war die genaue Betrachtung der Ergebnisseiten:

  • Das Wort »Inbound« war bei Google auf allen Seiten enthalten (beachtet wurde jeweils der eigentliche Inhalt, also Überschriften, Fließtext, Tags), bei Bing 6 Mal, bei Duckduckgo 7 Mal und bei Qwant nur 4 Mal.
  • Das Wort »Großhandel« war bei Google 5 Mal, bei Bing lediglich 3 Mal, bei Duckduckgo und Qwant jeweils 5 Mal vorhanden.
  • Einen Zusammenhang beider Begriffe gab es lediglich bei Google (1 Ergebnis) und bei Duckduckgo (2 Ergebnisse).

Damit waren insgesamt betrachtet lediglich 3 von 36 Ergebnissen auf Seite 1 zielführend, das entspricht mageren 8,3 %. Bei Duckduckgo sind es wenigstens 2 von 9 (22 %).

Seither hat Duckduckgo in der deutschen Version Google als Standardsuchmaschine abgelöst (Praxistest DDG Jan. 2019, danach möchte ich noch ausführlich Qwant und Bing testen). Eine Zusammenfassung folgt nach den Tests und bei ausreichenden Zeitreserven.

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2 Kommentare

  • Peter Groth sagt:

    Spannend. Danke für den Artikel. Qwant hatte den retweetet.
    Das bestätigt den bisher nur im Hintergrund vorhandenen Eindruck, dass die Suchergebnisse bei Google nicht mehr “ganz so doll” sind.

    Bei mir sind es Qwant und Startpage. Startpage, wenn ich Google-Suchergebnisse möchte.

  • wjar sagt:

    Danke für den Tipp, Startpage als “Frontend” für Google kannte ich noch nicht.

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