Möbelindustrie auf Nachwuchssuche

Begrüßung von Eltern und Schülern zur Abschlussveranstaltung des Projekts »Lebensraum Schule« in der Kirchlengerner Erich-Kästner-Gesamtschule. Bild: VHK Herford

Die Möbelindustrie gehört zu den strukturbestimmenden Wirtschaftszweigen in Ostwestfalen und dem Umland. Traditionelle Branchen haben es aber immer schwerer, Auszubildende zu gewinnen. Gegenwirken heißt also das immer drängendere Gebot, das sich holzbearbeitendes Handwerk und Möbelindustrie mit Priorität auf die Fahnen geschrieben haben – im Großen, auf Ebene des Dachverbands VDM, ebenso wie im Kleineren. Zum Beispiel in Regionen wie Ostwestfalen, wo sich die Herforder Verbände der Holz- und Möbelindustrie und die Industrie gemeinsam um motivierten Ausbildungsnachwuchs für das Berufsbild Holzmechaniker engagieren.

Anfang Oktober prägte ein Möbelbau-Event das Leben in der Erich-Kästner-Gesamtschule in Kirchlengern im Kreis Herford. Unter dem Dach des Vereins Experimint waren es vier, nahezu paritätisch mit Mädchen und Jungen besetzte Schülerteams, die erste eigene Erfahrungen beim Bau von Sitzmöbeln sammelten, was im konkreten Fall bedeutet, endlich ausreichend Sitz- bzw. Ruhemöglichkeiten in den weitgehend leeren Fluren der Schule zu schaffen. Unterstützt wurden die 15- bis 16-jährigen Schüler von den Industriebetrieben Nolte Küchen, Löhne, und Febrü Büromöbel, Herford, die mit Ausbildungsverantwortlichen und mehreren Auszubildenden mit Rat, Tat, Material und vielen Informationen um den mittlerweile deutlich IT-geprägten Beruf Holzmechaniker zur Seite standen.

Auch wenn nach dem Workshop zur Ideenentwicklung sowie drei Tagen und Abenden mit dem Bau von eigens entwickelten Sitzmöbel-Prototypen nicht alle der begeistert mitwirkenden Schüler später eine Ausbildungsstelle in der Möbelindustrie suchen werden: Das Sammeln eigener handwerklicher Erfahrungen und der Austausch mit gestandenen Praktikern bedeuteten viele neue Eindrücke für die Teilnehmer. Es scheint sicher, dass dieses spannende Projekt nicht das einzige dieser Art bleiben wird und die Herforder Möbelverbände dafür sorgen, dass in der Möbelregion weitere folgen werden.

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