Bauindustrie macht sich mit B2B-E-Commerce fit für die Zukunft

Symbolbild: Pixabay CC0

Wenn es um die Einführung von E-Commerce-Lösungen im B2B-Umfeld geht, soll das Baugewerbe im Vergleich zu anderen Sektoren eine führende Stellung einnehmen und sich dabei als Vorreiter beim Einsatz neuer Technologien positionieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Sana Commerce unter weltweit 300 B2B-Organisationen.

Laut der Studie sollen 84% der Baufirmen weltweit davon ausgehen, dass sie ihr gesamtes Produktportfolio in Zukunft auch online verkaufen werden. Dies liege deutlich über dem globalen Durchschnitt von 72%. Auf dem zweiten Platz folge die Elektronikindustrie mit 72%; Schlusslicht sei die Automobilindustrie mit lediglich 60%. Für die Bauindustrie in der DACH-Region liege dieser Wert sogar bei 91%. Während vor drei Jahren lediglich 30% der Bauunternehmen weltweit ihre Produkte über ihren eigenen Onlineshop verkauft haben, sollen es im Jahr 2019 mit 53% bereits mehr als die Hälfte sein. Auch hier liege die Branche über dem globalen Durchschnitt von 46%. Für die DACH-Region ergeben sich ähnliche Zahlen, wobei hier die Zunahme von 27 auf 55% sogar noch etwas größer ausfallen soll.

Gleichzeitig sei zu beobachten, dass die Baubranche im Handel mit Geschäftskunden künftig verstärkt auf den Einsatz von Mobile-Technologien setze: Laut der Studie plant mit 34% rund ein Drittel der Befragten, ihre Produkte im kommenden Jahr auch über Mobile-Apps anzubieten, gegenüber 14% in 2015. Für DACH stelle sich die Situation etwas anders dar: Während aktuell kein einziges der befragten Unternehmen angab, Mobile-Apps für den Vertrieb zu nutzen, sollen dies bis 2019 immerhin 18% planen.

Vertriebseffizienz im Vordergrund

Die Studie fand heraus, dass sich die Ansprüche des Baugewerbes an E-Commerce-Lösungen zum Teil deutlich von denen anderer Branchen unterscheiden: Gefragt nach den wichtigsten Vorteilen von B2B-E-Commerce-Lösungen, stehe für 95% der weltweit Befragten die Reduzierung manueller Eingabefehler an erster Stelle, gefolgt von einem verringerten Aufwand für die Systemadministration mit 92% und der Entlastung des Vertriebsinnendienstes bei der Auftragsabwicklung mit 90%. Während die Reduktion manueller Eingabefehler auch bei den anderen Branchen ganz oben auf der Agenda stehe, haben die Punkte 2 und 3 für die Vertreter der Bauindustrie einen vergleichsweise höheren Stellenwert. Hier liege der branchenübergreifende Durchschnitt lediglich bei 82 beziehungsweise 81%. In der DACH-Region werden die letzten beiden Vorteile mit jeweils 100% sogar noch deutlich höher gewichtet und rangieren damit mit Abstand an erster Stelle.

Damit sei eine starke Fokussierung der Branche auf die Optimierung ihrer Vertriebsprozesse erkennbar, was mit dem gegenwärtigen Aufschwung des globalen Baugewerbes erklärt wird: Nach aktuelle Analysen soll der Markt für Baumaterialien bis zum Jahr 2020 weltweit ein Volumen von 1 Billion US-Dollar erreichen, angesichts dessen Bauunternehmen verstärkt nach Möglichkeiten suchten, ihren Vertrieb effektiver zu gestalten, um Wachstumschancen zu nutzen. E-Commerce soll den Herstellern ermöglichen, ihr Geschäft auch ohne ein größeres Vertriebsteam wachsen zu lassen, indem sie administrative Prozesse automatisieren und den Kunden die passenden Tools zur Selbstbedienung zur Verfügung stellen.

Diese Entwicklung werde auch durch die Ergebnisse der Studie bestätigt: für 84% der Befragten aus der Bauindustrie (DACH: 82%) spiele E-Commerce eine zentrale Rolle bei der digitalen Transformation ihres Unternehmens. Zudem verfügten 72% der Befragten aus dem Baugewerbe und damit weit mehr als der globale Durchschnitt (63%) über eine Strategie für die digitale Transformation. Für die DACH-Region zeigt sich diese Diskrepanz noch deutlicher: hier gaben lediglich 48% an, eine digitale Transformationsstrategie zu haben, gegenüber 73% aus der Bauindustrie.

Um ihre Verkaufsprozesse und die Kundenerfahrung zu verbessern, setze die Branche zudem verstärkt auf den Einsatz von Zukunftstechnologien: 80% der weltweit befragten Bauunternehmer (DACH: 82%) erwarten, dass die Verwendung des Internet of Things (IoT) sowie Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) für automatisierte und vorausschauende Bestellungen künftig eine bedeutende Rolle für Vertrieb und Kundenservice spielen werden. Dieser Wert liege über dem Branchendurchschnitt von 68% (DACH: 62%). Auch Anwendungen künstlicher Intelligenz sollen nach Ansicht von 75% (DACH: 73%) zunehmend bei der Steuerung des Vertriebs zum Einsatz kommen. Im globalen Branchendurchschnitt erwarteten dies lediglich 64%, für die DACH-Region lediglich 56%. Zudem plane mit 53% mehr als die Hälfte der Bauunternehmen weltweit, ein Upgrade ihrer Webshops bereits innerhalb eines Jahres durchzuführen. Dies sei der höchste Wert im Branchenvergleich und mehr als der globale Durchschnitt mit 42%. In DACH planten sogar 60% ein Upgrade binnen Jahresfrist, bei einem sektorübergreifenden Mittelwert von lediglich 35%.
Dies zeige, dass den bestehenden E-Commerce-Lösungen der ersten Generation wesentliche Funktionalitäten fehlten, um den Ansprüchen der Branche für eine effektivere Unterstützung ihres Vertriebs gerecht zu werden. [pm]

Die Studie ist gegen Registrierung verfügbar.

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